SPD Ortsverein würdigt bei Sommerfest das wirken von Erwin Schmitzberger und seiner Frau Ilse
Töging. Mehr als 50 Jahre war Erwin Schmitzberger in der Vorstandschaft des SPD-Ortsvereins Töging tätig. Unlängst wurde er aus dem letzten Amt verabschiedet, das er noch in der Vorstandschaft innehatte, dem eines Beisitzers – und jetzt beim Sommerfest der Sozialdemokraten für sein jahrzehntelanges Engagement geehrt.
Es waren der aktuelle Vorsitzende der SPD Töging, Jürgen Fernengel, und dessen Stellvertreterin Martina Völzke, die Erwin Schmitzberger einen Brotzeitkorb und seiner Frau Ilse einen Strauß Blumen schenkten – dafür, dass sie ihrem Mann im Verlauf seiner kommunalpolitischen Betätigung immer den Rücken freihielt.
In einer launigen Ansprache würdigte Fernengel Schmitzbergers Eigenschaften, hob etwa hervor, dass dieser trotz seines Alters von 84 Jahren „überaus fit“ sei: Früher habe er das Surfbrett mit in den Urlaub genommen und sei Mitbegründer der Judo-Abteilung im TuS. Bis heute sei er passionierter Radfahrer, der auch im Wahlkampf gerne mal mit einem Werbebanner auf dem Anhänger durch Töging radelt. „Und auch geistig ist er topfit und beteiligt sich immer noch mit wertvollen Beiträgen und Ideen an den Diskussionen und der Ortsvereinsarbeit“, so Fernengel.
Darüber hinaus bringe Schmitzberger ein großes Maß an Konstruktivität mit. Trotz seines großen Erfahrungsschatzes höre er sich Diskussionen und Vorschläge an und bringe sich dabei geduldig und konstruktiv bei der Findung des besten Weges bzw. der besten Lösung ein, so der Vorsitzende.
Fernengel lobte ferner Schmitzbergers „richtige Einstellung: Erwin ist jemand, der Lösungen sucht und aktiv wird, statt zu lamentieren. Das ist die richtige Einstellung. Gepaart mit seinem mutigen Charakter und seiner hohen Motivation lässt er sich auch bei Widrigkeiten nicht unterkriegen und ist deswegen noch heute und auch weiterhin so wichtig für den Ortsverein.“
Lobende Worte gab es auch für Ilse Schmitzberger: Ein solch langes und kontinuierliches Engagement sei nur möglich, wenn die Partnerin hinter einem steht. „Damit gebührt auch Erwins Frau Ilse, die selber aktive Sozialdemokratin ist und lange ein Stützpfeiler bei der AsF war, der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, der größte Dank des Ortsvereins“, so Fernengel.
Für Erwin Schmitzberger, schon in jungen Jahren Mitglied der Gewerkschaftsjugend, war der Beitritt zur SPD 1962 nahe liegend: Diese Partei würde die Interessen der Arbeitnehmer am besten vertreten, so seine Überzeugung. Im Juni 1976 übernahm er als Nachfolger von Josef Hertle den Vorsitz des Ortsvereins und behielt ihn bis 1988. Als seinen größten Verdienst rechnet er sich im Gespräch mit dem Anzeiger die Einführung der SPD-Kundgebungen beim Volksfest an. Ende der 70er Jahre als Gegenpol zu den CSU-Kundgebungen mit Franz-Josef Strauß in Altötting gedacht, hat sie schon Größen wie Hans-Jochen Vogel, Renate Schmidt oder Ludwig Stiegler nach Töging gebracht. Otto Schily war zweimal in Töging, „einmal waren fast 2000 Leute da“, wie er sich rückblickend freut.
Schmitzberger hat bei der SPD Töging auch manch bittere Stunden erlebt – etwa die Kommunalwahl 2014, als der Bürgermeisterposten und die Stadtratsmehrheit verloren gingen. Lieber denkt er an die Zeit Mitte der 90er Jahre zurück, als man mit über 200 Menschen einen Höchststand bei den Mitgliedern verzeichnen konnte. Auch der den Urnengang 2002 bleibt ihm in guter Erinnerung: Damals verteidigte man nicht nur den Bürgermeisterposten souverän, sondern erwarb auch eine Mehrheit im Stadtrat.
Dass Marco Harrer heuer im Frühjahr zum Ersten Bürgermeister gewählt wurde, rechnet sich Erwin Schmitzberger, Träger der Willy-Brandt-Medaille, auch ein Stück weit als sein Verdienst an: Er war als Wahlkämpfer aktiv, fuhr etwa als „Roter Radler“ das Wahlplakat durch die Straßen der Stadt.
Nun hat Schmitzberger, der von 1978 bis 2008 Stadtrat und in den letzten sechs Jahren Zweiter Bürgermeister war, endgültig alle Parteiämter aufgeben. Empfindet er Wehmut? „Nein, mit 84 brauchts keine Wehmut mehr“, sagt er schmunzelnd. Der SPD wird Schmitzberger natürlich dennoch verbunden bleiben: Kann er doch als Ehrenmitglied des SPD-Ortsvereins an dessen Vorstandssitzungen teilnehmen. Und dass er selber noch aktiv an der Parteiarbeit mitwirkt, schließt er auch nicht aus: „Wenn sie mich brauchen!“
- afb
50 Jahre Schmitzberger