PNP 13.06.26: Jetzt führt Jürgen Fernengel den SPD-Ortsverein Töging

16. Juni 2026

Als Nachfolger der Doppelspitze Birgit Noske/Marco Harrer

Eine der ersten Doppelspitzen in einem SPD-Ortsverein Deutschlands ist Geschichte: Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag in Selles Einkehr zum Müllerbräu wurde Jürgen Fernengel einmütig zum Nachfolger von Birgit Noske und Marco Harrer gewählt. Die beiden hatten die SPD Töging (Landkreis Altötting) zwölf Jahre lang geführt.

Die Entscheidung für Jürgen Ferngel fiel bei 33 stimmberechtigten Besuchern mit 32 Ja-Stimmen und einer Enthaltung. Der 41-jährige verheiratete Münchner, Vater zweier Kinder, fünf und zehn Jahre alt, ist von Beruf Chemie- und Energietechnikingenieur. „Als man das an mich herantrug, musste ich nicht lang überlegen“, sagte er in seinem ersten Redebeitrag als neu gewählter Vorsitzender.

Stimmung soll passen: „Wir wollen Spaß haben!“

Fernengel nannte drei vorrangige Ziele: Erstens, die organisatorische Basis; es gehe darum, Dinge zu planen und umzusetzen. Zweitens müsse es weiterhin gelingen, Neumitglieder und erfahrene Sozialdemokraten in einem starken Team zusammen zu bringen. Und drittens müsse die Stimmung passen. Fernengel: „Wir wollen Spaß haben!“ Als Symbol für sein neues Amt an der Spitze des SPD-Ortsverein übergaben die bisherigen Vorsitzenden die Vereinsfahne von 1925 an Jürgen Fernengel.

Eingangs der Versammlung hatte Birgit Noske einen Rückblick auf die Zeit seit der letzten Jahreshauptversammlung gegeben. 2025 stand nach ihren Worten im Zeichen der 100-Jahr-Feier des SPD-Ortsvereins. Dazu gab es eine ganze Reihe von Veranstaltungen. „Im Nachhinein wundere ich mich, wie wir das alles geschafft haben“, bekannte Birgit Noske. U.a. richtete man die erste Dart-Stadtmeisterschaft mit 57 Teilnehmern aus, begrüßte im Januar im Rahmen des Bundestagswahlkampfes die damalige Bundesvorsitzende Saskia Esken, besuchte den Politischen Aschermittwoch mit Karl Lauterbach in Vilshofen und initiierte die „Rote-Bilder“-Ausstellung mit Gisela Schmitz im Rathaus. Am 6. August war bei der Volksfestkundgebung Ronja Endres zu Gast, am 20. September gab es den großen Festabend zum 100-Jahr-Jubiläum mit Markus Rinderspacher, dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags. Die SPD beteiligte sich darüber hinaus an einer Reihe sportlicher Wettkämpfe, initiierte ein Pub-Quiz, einen Spielenachmittag und einen Vereinsabend. Birgit Noske blickte auf die Kommunalwahl am 8. März und die Stichwahl zurück, bei der Marco Harrer mit 56 Prozent zum Bürgermeister gewählt wurde: „Das war sensationell!“

Dass Jubiläum und Wahlkampf auch Geld gekostet haben, war dem Bericht von Schatzmeisterin Gaby Ortinger zu entnehmen, wonach die SPD Töging für 2025 ein Defizit von rund 10 000 Euro verbuchen musste. Bastian Höcketstaller, der die Bücher geprüft hatte, sagte, alles habe „bis auf den letzten Cent gestimmt“. Und: Man habe finanziell noch „ein schönes Polster“. Die von ihm empfohlene Entlastung der Vorstandschaft erfolgte dann einstimmig.

Co-Vorsitzender Marco Harrer, sagte, nach zwölf Jahren sei es an der Zeit, den Staffelstab zu übergeben. Dies erfolge mit einem lachenden und einem weinenden Auge, „aber vor allem mit tiefer ehrlicher Dankbarkeit.“ Er blickte auf den herausfordernden Wahlkampf zurück, der aber auch Spaß gemacht habe. Freilich habe es bisweilen auch Gegenwind gegeben. „Aber wir haben zugehört und bewiesen, der SPD-Ortsverein ist mehr als Politik. Wir sind eine Gemeinschaft!“ Harrer dankte vor allem seiner Familie, die ihn stets unterstützt habe. Das Fundament seien die loyalen Mitglieder: „Ihr wart immer da!“ Sein besonderer Dank galt der Co-Vorsitzenden Noske: „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was die Birgit für die SPD leistet. Sie arbeitet Tag und Nacht!“ In den letzten zwölf Jahren sei sie regelrecht zu seiner „besseren Hälfte“ geworden. Obwohl sie beide „kleine Chaoten“ seien, hätten sie es wohl ganz gut hingekriegt, meinte er unter Applaus. Birgit Noske und Marco Harrer tauschten nicht nur herzliche Umarmungen, sondern auch Blumen- und Geldgeschenke aus.

Marco Harrer wandte sich an den designierten Vorsitzenden Jürgen Fernengel: Er sei mit viel Einsatz in Töging tätig, „einen besseren Nachfolger können Birgit und ich uns gar nicht vorstellen.“

Im Namen des SPD-Ortsvereins dankte dessen stv. Vorsitzende Martina Völzke zu den Klängen von Herbert Grönemeyers Song „Zeit, dass sich was dreht“ den scheidenden Vorsitzenden: Sie hätten mit „unglaublich viel Herzblut, Zeit und und Engagement“ den SPD-Ortsverein geprägt. Sie hätten große Verlässlichkeit an den Tag gelegt, seien immer ansprechbar gewesen. Sie könnten Erfolge verzeichnen, hätten aber auch schwierige Moment mit Haltung bewältigt und nie den Blick fürs Wesentliche verloren.

Während unter der Leitung von Unterbezirksvorsitzendem Jürgen Gastel die Neuwahl der Vorstandschaft lief (siehe unten), wandte er sich mit einem Grußwort an den zweitstärksten SPD-Ortsverein des Landkreises: Obwohl er am Versammlungstag seinen 43. Hochzeitstag hatte, sei er gerne nach Töging gekommen. Der Ortsverein leiste viel für die Kreis-SPD. Bei der Wahl im März sei die SPD „mit einem blauen Auge“ davon gekommen. Mit Blick auf die Wahl 2032 gelte es zu beweisen: „Wir können Kommunalpolitik!“

Fotobuch vom Wahlkampf für neuen Bürgermeister

Der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Günter Zellner, bestätigte der scheidenden Doppelspitze, sie habe den Ortsverein gut durch schwere Zeiten geführt. Stadträtin Heidi Harrer sagte, sie sei lange dabei, habe aber „noch nie eine so starke Energie gespürt“ wie unter Noske/Harrer. Sie verteilte kulinarische Geschenke an verschiedene Protagonisten.

Alexander „Atte“ Attenberger, langjähriger Freund des neuen Bürgermeisters und Wahlkampfhelfer, hatte mit seiner Frau Alexandra ein Fotobuch mit Szenen aus der Kampagne für Marco Harrer erstellt. „Das verstaub bestimmt nicht in der Schublade“, versprach der scheidende Vorsitzende.

Die neue Vorstandschaft Vorsitzender: Jürgen Fernengel. Stv. Vorsitzende: Jennifer Kis, Martina Völzke und Christoph Käser. Schatzmeisterin: Gaby Ortinger. Schriftführer: Stefan Franzl. Neu geschaffen wurde der Posten des Mitgliederbeauftragten, der wie der Vorsitzende Zugriff auf die Mitgliedsdaten hat. Dazu wurde Birgit Noske gewählt. Die Posten in der engeren Vorstandschaft wurden alle mit (fast) einmütigen Voten vergeben. Beisitzer: Alexander „Atte“ Attenberger, Marco Harrrer, Markus Janu, Erwin Kasböck, Katharina Kis, Heinrich Lay, Daniela Pieper, Sabrina Pojda und Horst Schmitzberger.

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